Von Hochzeiten, Werbung und Denen, die nicht lernen wollen
Piratebay in Holland geblockt
Wie bei Golem zu lesen ist wird binnen 10 Tagen in Holland The Pirate Bay nicht mehr erreichbar sein. Das ist in mehrfacher Hinsicht lustig. Zum ersten ist das Blocken eines Torrent Trackers einfach nur Symbolpolitik, da die Benutzer innerhalb von Sekunden auf einen alternativen Tracker ausweichen können. Oder sie bilden ein völlig neues Netzwerk - wäre ja nicht das erste Mal.
Zum zweiten ist aber interessant, wie Gerichte in Holland funktionieren. Denn die Leute von Pirate Bay wurden nicht mal über das Verfahren informiert. Ach Moment wurden sie ja doch. Per Twitter! Man beachte die Followerzahl von 15 (!!!) Leuten. Also das Pirate Bay das nicht mitbekommen hat ist echt ein Wunder.
Es kommt aber noch besser: Nachdem sie dann doch irgendwann mal etwas von dem Verfahren mitbekommen haben, fragten die Schweden beim holländischen Gericht nach, wie denn das Urteil lauten würde - und wurden abgewiesen.
"Sie sollen den Kläger nach dem Urteil fragen". Wie bitte? So funktioniert Justiz in Holland?
Wobei mich gar nichts mehr wundert. Auch beim Verfahren in Schweden selbst vor einigen Monaten kam im Nachhinein heraus, dass der Richter Mitglied einer Interessenpartei des Klägers war.
Musik sollte nicht ewig abspielbar sein!
Diese Schote gab jüngst Steven Metalitz, seines Zeichens Anwalt meiner Lieblings-Verbrecher von MPAA/RIAA von sich.
Man beachte sein rethorisches Geschick beim argumentieren dieser Forderung:
"We reject the view," he writes in a letter to the top legal advisor at the Copyright Office, "that copyright owners and their licensees are required to provide consumers with perpetual access to creative works. No other product or service providers are held to such lofty standards. No one expects computers or other electronics devices to work properly in perpetuity, and there is no reason that any particular mode of distributing copyrighted works should be required to do so."
Ja, das macht natürlich Sinn. Weil Computer kaputt gehen, sollte Musik das auch tun. Deshalb baut man Funktionen ein, die ein Sterben nach X Tagen erzwingt. Ist doch vollkommen logisch. Was mich bei dem Vergleich wundert: Die Computerbranche sucht konstant nach Methoden, die Datenträger/Speicher/etc. länger haltbar zu machen. Liebe RIAA/MPAA: Wusstet ihr, dass eure eigenen Kunden (Die Labels) dadrunter leiden, das Masterbänder mit der Zeit kaputt gehen? Wusstet ihr, dass genau aus diesem Grund geforscht wird, um einen ewig haltbaren Datenträger zu erhalten?
Sagt es doch einfach wie es ist:
"Wir sind gierige Säcke, die das gleiche Album am liebsten direkt 10 Mal an den gleichen Kunden verkaufen wollen - am besten mit konstant steigenden Preisen."
Am Wochenende schon was vor?
Wie wärs wenn wir zwei aktuelle Ereignisse, die beide null Inhalt haben und dennoch für Wirbel sorgen, miteinander verbinden?
Ich bin dafür, dass wir einen Flashmob in Braunschweig veranstalten, um dort eine Schweinegrippe Party zu feiern, ist doch gerade so voll im Trend. Vielleicht gehen wir danach noch auf ein Krebs-event, bevor wir uns dann auf der Aids-Gala so richtig die Kante geben.
Und die Mitarbeiter vom Robert-Koch-Institut setzen wir zu einer Gehirntot-durch-Virus-Orgie in der nächsten Klapse ab.
Die Ideen der Anderen
Hervorragender Artikel zum Thema Urheberrecht, der alle drei Parteien (Copyrightholder, Artists, Pirates) berücksichtigt und dabei sogar neue Fragen aufstellt: Hat die Industrie lediglich Angst, dass sie überflüssig werden könnte? Als Beispiel werden hier Mash-Up Künstler genannt. Besonders beeindruckend der finale Satz:
Die Frage ist also nicht, ob das Netz ein rechtsfreier Raum sein darf, wie derzeit diskutiert wird, sondern ob Millionen von Internetnutzern es hinnehmen, dass die Ungerechtigkeiten der analogen Welt im Netz fortbestehen.
Geistiges Eigentum? Musst anschaffen!
"Ein etwaiger Zahlungsanspruch ergibt sich nicht aus den zwischen den Parteien geschlossenen Berechtigungsvertrag"
"Das Rechtsverhältnis zwischen der Gema und dem jeweiligen Veranstalter ist streng von dem Rechtsverhältnis zwischen Barbara Clear und der Gema zu trennen. Eine Vermischung dieser Rechtsverhältnisse entsteht auch nicht dadurch, daß Barbara Clear auf Veranstaltungen aufgetreten ist bzw. auf der Veranstaltung Musikwerke von Barbara Clear gespielt wurden."Was für ein Verbrecherverein. Sorry, die kann man erschießen und keinen störts. Bring die RIAA, MPAA und all das Gesocks direkt mit um die Ecke. UNFASSBAR!