Schöner, neuer Datenklau
Ist es nicht schön, wenn Daten zentral gesammelt werden? Das macht das Leben doch viel einfacher, nicht wahr? Nun, zumindest Diebe haben gegen diese Tatsache vermutlich nur wenig einzuwenden. So wurden nun 500.000 Kreditkartendaten geklaut! Die gleiche Menge ohne einen zentralen Server zu bekommen, dürfe Jahre dauern. Herzlichen Glückwunsch! Ich hoffe nur, dass da auch einige Daten von Politikern dabeigewesen sind! (LINK)
Von der Leyen mal wieder unterirdisch
War ja klar: Von der Leyen findet Güldings Aussage prima. So wiederholt sie lobend seine offensichtlich falschen Aussagen und bekundet, dass sie den Kampf, welchen sie begonnen habe, auf jeden Fall weiter kämpfen werde. Aber nicht alle finden Güldners Aussagen toll. Ähnlich wie damals bei der SPD, hat auch dieses Mal das Gesagte zur Folge, dass Grüne die Partei verlassen - Tja, so kann es gehen. (Noch ein Link: KLICK
Benehmenskodex
Beim Telegraph kann man zur Zeit lesen, dass in England scheinbar geplant ist, einen Vertrag einzuführen, der genau festlegt, wie sich Kinder im schulischen Bereich zu benehmen haben. Vorgesehen sind die Bereiche Benehmen, Anwesenheit, Schuluniform und Hausaufgaben.
Wenn Kinder mehrfach gegen diesen Kodex verstoßen, drohen den Eltern Bußgelder in Höhe von 1000 Pfund. Ganz besonders skuril dann dieser Vorschlag eines Ministers:
Ministers suggested that "good" parents would be able to complain about other mothers and fathers who fail to ensure their children behave.
Man kehrt also nicht vor der eigenen Tür, sondern verpetzt die Anderen, sauber!
Ach ja und das hier ist auch der Hammer:
Mr Balls added: "Heads will be able to say to the recalcitrant parents, if you do not sign this or make sure they do the homework, or support discipline, then we will take that as evidence in the magistrates' court."
Es gilt also auch für Familienbildung: Zwang, Zwang, und nochmal Zwang. Bürgerrechte? Freiheiten? Pustekuchen!
Ist ja schön und gut, dass England erkannt hat, dass man Eltern verstärkt dazu bringen sollte, sich um die Erziehung zu kümmern, aber so ist das einfach nur lächerlich. Pädagogik: 6.
Flashmobs in Braunschweig verboten
Für diejenigen die nicht wissen, was ein Flashmob ist: Man vereinbart online einen Zeitpunkt, an dem man sich trifft. Es darf jeder kommen und auch noch Leute mitbringen. Und das ist nun verboten. Ich verstehe nicht ganz, was daran anders sein soll, als an klassischen Verabredungen, aber vielleicht gibts ja bald ein generelles Verbot von Treffen jeglicher Art.
http://de.indymedia.org/2009/07/256867.shtml
Besonders feine Zitate:
Die Begründung für das Verbot lautet wie folgt:
a) Öffentliches Eigentum ist durch das Picknick gefährdet. Auf meine Frage, was denn gefährdet sei, antwortete mir Herr Heidelberg vom Fachbereich Öffentliche Sicherheit, dass das Sandsteinpflaster vorm Schloss teuer sei. Die Frage, inwiefern dieses Pflaster, über das tagtäglich Tausende von Frauen in High-Heels stolzieren, durch samtene Decke von Picknickern gefährdet sei, wurde mir leider nicht beantwortet.
Aus diesem Grund ist mir wichtig, alle Braunschweiger Bürgerinnen und Bürger darauf hinzuweisen, dass am 8.8. von 16 bis 18 Uhr KEIN Picknick auf dem Braunschweiger Schlossplatz stattfinden wird. Jeder Braunschweiger, der am 8.8. auf dem Schlossplatz eine Decke ausbreitet, Speis und Trank zu sich nimmt, mit Freunden plaudert, lacht, singt oder Tango tanzt, wird voraussichtlich mit Polizeigewalt daran gehindert.
Einfach nur lächerlich.
Auch bei den Grünen gibt es Spinner
...nichts Neues, aber dieser Erguss ist wirklich unter aller Sau
Nehmen wir es mal auseinander:
Die Auseinandersetzung um die Internetsperren dreht sich im Kern aber gar nicht um die – bisher konsensuale - Bekämpfung der Kinderpornographie. Es geht vielmehr knall hart um Definitionsmacht in Zeiten der Virtualisierung der Welt. Ihre Anhänger kämpfen mit hoch effektiven Mitteln für die Rechtsfreiheit ihres Raumes. Wer sich in ihre Scheinwelt einmischen will, wird mit Massenpetitionen per Mausklick weggebissen.
Es geht ja wohl eher darum, den einzigen Raum, in dem die Meinungsfreiheit noch gilt, zu erhalten. Das ist etwas gänzlich anderes.
Die Tatsache, dass diese Community viel Zeit in virtuellen Räumen verbringt, spielt dabei eine große Rolle. Wer Ego-Shooter für Unterhaltung, Facebook für reales Leben, wer Twitter für reale Politik hält, scheint davon auszugehen, dass Gewalt keine Opfer in der Realwelt fordert. Anders kann die ignorante Argumentation gegen die Internetsperren gar nicht erklärt werden.
Stellt euch vor, ich halte Ego-Shooter in der Tat für Unterhaltung. Ich kenne aber niemanden, der Facebook mit dem realen Leben verwechselt. Jedenfalls nicht mehr als das Telefon, Postkarten, Rauchzeichen und sonstige Kommunikationsmittel.
Und Twitter ist Politik? Das stimmt natürlich nicht. Aber das glaube ich nicht und die 134.000 Unterzeichner der Petition garantiert auch nicht, denn sonst wären diese nicht so zahlreich draußen bei den Demonstrationen zu sehen gewesen. Wenn Politik allerdings Austausch von Meinungen beinhaltet, sind beide - Facebook und Twitter - wichtige Instanzen der Politik. Stellt euch vor, ob man nun im Bundestag diskutiert oder im Internet - Das Ergebnis ist das gleiche.
Den letzten Teil des Satzes verstehe ich nicht. Von was für realen Opfern spricht der Mann da?
Da ist zum Beispiel das Argument, die Sperren könnten umgangen werden. Da haben sich einige wohl das Hirn herausgetwittert. Genauso gut könnte die Tatsache, dass Morde begangen werden, obwohl sie verboten sind, als Argument gegen den Mordparagraphen im Strafgesetzbuch angeführt werden.
Wow, was für ein Argument! Und so... falsch...
Es werden Kinder vergewaltigt, obwohl es einen Paragraphen dagegen im Strafgesetzbuch gibt, was sagen sie nun? Wo sind denn die Scheinmaßnahmen bei Morden? Die gibt es nicht, da wird ganz einfach ermittelt, gefahndet und aus der Gesellschaft entfernt (Gefängnis). Und genau so hat das mit Kindesmissbrauch auch zu laufen, ganz egal ob im Internet oder sonstwo: Das Zeug und die Täter müssen verschwinden, nicht aber behutsam zugedeckt werden. Morde werden übrigens nicht versteckt. Die werden sogar bei Aktenzeichen XY nachgestellt. Soviel dazu. Sperren sind Kontraproduktiv, wann geht das in ihren grünen Schädel?
Aber in Skandinavien wurden schon positive Erfahrungen mit vergleichbaren Gesetzen gemacht. Warum nicht, wie in anderen Politikfeldern auch, Baustein um Baustein zusammenfügen, um eine größtmögliche Wirkung zu erzielen? Die Antwort bleibt die Community schuldig.
Reden wir vom gleichen Skandinavien? Das Skandinavien das nachweislich in seinen Listen zu 99% Seiten gesperrt hat, die mit Kinderpornographie nichts zu tun haben? Das Skandinavien, dessen Filterlisten nur kurze Zeit später öffentlich einsehbar waren, so dass Interessierte ruckzuck eine feine Liste mit Links für ihre Neigungen hatten? Wow, klingt nach tollem Erfolg. Und falls sie mir nun sagen wollen, dass die deutschen Listen geheim sein werden: Wie naiv muss man sein. Wenn ein Stoppschild bei einer Seite erscheint, ist sie nicht mehr geheim - klingt logisch oder?
Unser Umfeld kommt zu einem nicht unerheblichen Teil aus den erziehenden Berufen, ist selbst Mutter oder Vater. Die Internetsperren haben Umfragen zu Folge bei ihnen eine hohe Popularität.
Jaja, daher haben auch genau diese Gruppierungen sich öffentlich gegen die Sperren ausgesprochen, genau wie die katholische Kirche und die Missbrauchsopfer selber. Herr Güldner, sie sind entweder nicht informiert oder sie lügen.